Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Karl-Heinz „Kalla“ Paukstadt, der im Alter von 71 Jahren verstorben ist.

Mit Kalla verliert die HSG Herdecke/Ende weit mehr als einen ehemaligen Spieler und Trainer. Wir verlieren einen Menschen, der den Handball in Herdecke über mehr als fünf Jahrzehnte geprägt hat wie kaum ein anderer.

Anfang der 1970er-Jahre wechselte Kalla von Westfalia Hagen zur damaligen TSG Herdecke. Hier fand er nicht nur seine sportliche Heimat, sondern auch sein privates Glück – in Herdecke lernte er seine Frau kennen und machte die Stadt zu seinem Lebensmittelpunkt.

Als Spieler schrieb er Vereinsgeschichte. Gemeinsam mit einer legendären Mannschaft gelang ihm dreimal in Folge der Aufstieg bis in die Oberliga, die damals die dritthöchste Spielklasse Deutschlands war. Seine enorme Wurfkraft im linken Arm und sein unbändiger Ehrgeiz machten ihn zu einem außergewöhnlichen Handballer, an den sich viele Weggefährten bis heute erinnern.

Sein Können führte ihn sogar zum TuSEM Essen, mit dem ihm der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang. Doch obwohl ihm der Weg in den Profihandball offenstand, entschied sich Kalla bewusst für seine Familie und seine Heimat Herdecke. Eine Entscheidung, die ihn und den Handball in unserer Stadt nachhaltig geprägt hat.

Nach seiner Rückkehr feierte er 1983 mit der TSG den Aufstieg in die Regionalliga. Eine schwere Verletzung beendete zwar seine aktive Laufbahn, nicht jedoch seine Leidenschaft für den Handball. Als Trainer gab er fortan seine Erfahrung an unzählige Spieler weiter und führte Mannschaften in der gesamten Region zum Erfolg.

Auch in Herdecke hinterließ Kalla als Trainer bleibende Spuren. Als Co-Trainer war er 1994 am historischen Aufstieg der TSG Herdecke in die 2. Bundesliga beteiligt – einem der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Später führte er sowohl die TSG Herdecke als auch den TuS Ende, welche damals noch keine Spielgemeinschaft bildeten, wieder zurück in höhere Spielklassen und kehrte 2020 noch einmal als Cheftrainer zur HSG Herdecke/Ende zurück.

2021 wurde er unter großem Applaus aus der Bleichsteinhalle verabschiedet. Damals wurde er völlig zu Recht als „Legende des Herdecker Handballs“ bezeichnet – ein Titel, den sich nur wenige Menschen in dieser Form verdienen.

Karl-Heinz „Kalla“ Paukstadt hat Generationen von Handballerinnen und Handballern begleitet, gefördert und inspiriert. Sein Name wird untrennbar mit dem Handball in Herdecke verbunden bleiben.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet haben.

Lieber Kalla,

danke für alles, was Du für den Handball und für Herdecke getan hast. Wir werden Dich stets in dankbarer Erinnerung behalten.

HSG Herdecke/Ende